Opferschutz
Erstmals seit dem Bestehen des heutigen LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt arbeiten Mitarbeiter außerhalb der Klinik mit Tätern in der Opferhilfe. Im Jahr 2007 hat die Kooperationsrunde gegen häusliche Gewalt im Kreis Soest zusammen mit dem Forensischen Zentrum ein gemeinsames Projekt entwickelt: ein Therapieangebot für gewalttätige Männer.
Teilnehmen können Täter, die mindestens ein Mal in der Familie durch Gewalttätigkeit aufgefallen sind und gerichtliche Auflagen erhalten haben, sowie Männer, die Gewalt in der Familie angewandt haben, noch nicht strafrechtlich belangt worden sind, aber Veränderungsbedarf bei sich sehen. Gewalt in der Familie hat dabei viele Gesichter: schlagen, einsperren, beschimpfen, bedrohen, sexuell nötigen, vernachlässigen, schikanieren, Geld vorenthalten, usw.
Die Teilnehmer müssen bereit sein, sich mit ihrem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen und es zu analysieren. Ziel der Gruppentherapie ist, eine Verhaltensveränderung zu erreichen, sich in die Situation des Opfers hineinzuversetzen zu können und hierdurch neue Gewalt zu verhindern. Das Angebot ist ein verhaltenstherapeutisch orientiertes Gruppenangebot für sechs bis acht Teilnehmer; es beinhaltet ungefähr 25 Sitzungen. Die Therapie übernehmen zwei Psychotherapeuten des LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie in Lippstadt, die über langjährige Erfahrung im Umgang mit Menschen verfügen, die zur Gewalttätigkeit neigen.
Die erste Therapiegruppe ist inzwischen beendet, im Herbst 2009 hat eine Nachfolgegruppe ihre Arbeit aufgenommen.